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Leo Wolff - Warmduscher

 

Von Warmduschern


Kapitel 1 - Wörter, die es nur im Deutschen gibt

anbiedern
Dieses Wort gibt es überhaupt nur im Deutschen, in keiner anderen Sprache. Als Goethe noch ein jüngerer Mann war, in der Aufklärungszeit, war die Bedeutung von „bieder“ noch ganz positiv gemeint: Der „biedere Mann“ war damals der „brave, arbeitsame Bürger“ im Gegensatz zum verlotterten, müßiggängerischen Adel. „Bieder“ ist wortverwandt mit „dürfen“ und die ursprüngliche Bedeutung ist wohl „bedürfnislos, anspruchslos, auch: unbescholten“.Von diesem Verständnis dauerte es nicht lange, bis noch vor 1800 aus diesem braven, unbescholtenen, eben dem biederen - Mann, der „Biedermann“ als Synonym für den kleinbürgerlichen Spießer wird.  Ebenfalls um 1800 kommt anbiedern im Sinne vom „plumpe Anmache“ auf.

Im Englischen umschreibt man den Vorgang des Anbiederns mit to make advances („einen Vorstoß machen“) oder umgangssprachlich to get buddy-buddy. Franzosen kennen so etwas wie anbiedern natürlich gar nicht. Sie formulieren allenfalls reichlich umständlich essayer de se faire bien voir de qn („versuchen, bei jemandem in gutem Licht dazustehen“) oder sie sagen: „Flatteur!“ (Schmeichler).

Leckerbissen
Dieses Wort kann man sich nicht in einer direkten Übersetzung in einer anderen Sprache vorstellen. Dazu ist es in seiner Anschaulichkeit einfach zu konkret. So begnügt sich das Französische mit délice, was wir als „delikat“ auch schon halbwegs kennen. Im Französischen gibt es übrigens nur délices aber keine „Delikatessen“, das ist so wenig ein französisches Wort wie Petitessen oder Friseur. Auch die Engländer, die größten Erben des Französischen, sprechen von delicacy, ferner von goody oder treat. Verglichen mit „Leckerbissen“ erscheint uns goody ... ziemlich simpel (vielleicht was für den Hund?) und ein treat hat etwas von einer (guten) Behandlung oder einer netten Belohnung. Die Amerikaner wiederum haben über das Jiddische das Wort „Delicatessen“ (kurz Deli) als Bezeichnung für Feinkostläden übernommen, die im Französischen wiederum traiteur genannt werden. Französische délicatesse ist ausschließlich das Feingefühl im Umgang mit Menschen oder die zarte Beschaffenheit eines Stoffes o. ä. Es ist jedenfalls nichts zum Essen. Bei der Vorstellung den „Delikatessgurken“ und „Delikatesshering“ würde sich den Franzosen der Magen umdrehen.

 

Kapitel 2 - Abfällige und Lästerwörter

ätzend
Nur im Deutschen verwendet man diesen (Fach)Begriff aus der Chemie in der Alltagssprache. Das alte Wort azen für Essen hat sich als „Atzung“  (=Nahrung) noch in der Jägersprache erhalten. Die Vorstellung, wie etwas von einer scharfen Säure zerfressen wird, ist besonders unangenehm.

olle Kamellen
Kamillenblüten mit ihrem angenehmen Duft galten seit sehr langer Zeit als Heilmittel und wurden daher in den (Haus)Apotheken in größeren Mengen vorrätig gehalten. Bei längerer Lagerung büßen sie allerdings ihren würzigen Duft ein. Andere Sprachen kennen keinen vergleichbaren Ausdruck

motzen
ist wie „maulen, mucken, aufmucken, mucksen, muhen“ und „(sch)matzen“ einfach ein schallnachahmendes Wort aus dem Umkreis von „Maul“.
„Aufmotzen“ hingegen kommt von mittelhdt. Mutze; das war ein kurzes Oberkleid für Frauen. Auch die Verzierungen an Mähne und Schweif von geschmückten, also aufgemutzten/aufgemotzten Pferden wurden mit diesem Wort bezeichnet.

schuften
ist verwandt mit „Schub“. Gemeint ist: in einem Schub, also ohne Unterbrechung arbeiten. Im älteren Niederdt gab es ein Wort „Schuft“, ein Zeitbegriff, wie etwa „Schicht“. Schuft war ein Viertel eines Arbeitstags - die Zeit von einer Mahlzeit bis zur nächsten, während der ununterbrochen gearbeitet wurde.

 

Kapitel 10 - Schimpfwörter

Einfaltspinsel
Der Wortbestandteil -pinsel ist hier nicht das Malergerät mit Tierborsten, sondern setzt sich zusammen aus „pinn“, das ist ein Schuhnagel, und „sul“, das ist die Schusterahle. Beide sind Hauptwerkzeuge des Schusters. „Pinn-sul“ wurde dann auf die Schuster übertragen: sie galten als einfache, einfältige Handwerker

Gesocks
Damit waren Menschen gemeint, die sich keine ordentlichen Schuhe leisten konnten, vor allem keine Lederschuhe.

Schlampe
Alles an „Schlampen“ ist schlaff und schleppend; in diesen Bedeutungen liegt die Wortwurzel, die wir im Deutschen vielfach variiert finden. Wortverwandte Wörter von schlaff und schlapp sind unter anderem schlafen, Lappen und Schlamm, aber auch Lümmel und Lump.

Schweinepriester
war ein spöttischer Begriff für die Schweinehirten eines Klosters.

 

 

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