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Aus dem Kapitel Die Steinzeitmenschen und ihre Kunst
Cro-Magnon
ca. 40 000 - 30 000 vC
Cro-Magnon gilt als früher Homo sapiens sapiens. Er lebte zunächst unter eiszeitlichen Bedingungen in arktischer Kälte in einer weitgehend baumlosen Tundra. Viel zu ernten gab es da nicht, deshalb jagte Cro-Magnon hauptsächlich Tiere. Wie man aus den berühmten Höhlenzeichnungen weiß, spielten dabei allerlei Jagdzauber, also quasi-religiöse Vorstellungen eine Rolle. Cro-Magnon war hervorragend an das Klima angepasst und ein hervorragender Handwerker-Künstler, der Stein, Knochen, Elfenbein, Kleidung und Schmuck bearbeitete, mit Kochsteinen kochte und Nahrungsmittel konservierte. Pfeil und Bogen sowie Tierfallen sind wahrscheinlich Cro-Magnon-Erfindungen.
Aus dem Kapitel Gründerjahre der Antike im Norden
Fürstensitze
um 500 vC
Die einzelnen keltischen Stämme standen unter der Führung von Häuptlingen oder "Fürsten", in deren Händen der Abbau von Salz und Erzen und die dazugehörigen weiträumigen Handelskontakte lagen. Die "Fürsten" waren also wohl auch "Unternehmer". Anders ist ihr Reichtum nicht zu erklären. Anscheinend war die keltische Gesellschaft recht deutlich geschichtet, möglicherweise bis hin zu einer Art Kastenwesen, weil es keine "sozialen Aufstiegsmöglichkeiten" gab. Die auf einem Bergsporn gelegene Heuneburg in Oberschwaben, den Hohenasperg in Württemberg und den Glauberg in der hessischen Wetterau hält man für Herrschaftsentren derartiger "Fürsten".
Aus dem Kapitel China - Wiedervereinigung unter den Sui
Shaolin
ca 520
Am Fuße des Berges Shaoshi in der chinesischen Provinz Henan in alten chinesischen Kernland am Huangho, liegt das ursprünglich taoistische Kloster Shaolin. Dorthin gelangte um 520 der aus Indien stammende Königssohn Bodhidarma (ca. 440-528), eine ebenso halb historische, halb legendäre Gestalt wie Benedikt von Nursia. Bodhidarma gilt als Begründer des Zen-Buddhismus. Hauptziel des Zen ist die innere Selbstbefreiung, die Abstinenz von allen äußerlichen Ablenkungen. In China verschmolz diese geistige Übung mit taoistischen Traditionen. Bodhidarma war auch in der höfischen Kampfkunst der indischen Brahmanen ausgebildet, die im Shaolin-Kloster weiterentwickelt wurde. Der Zen-Buddhismus wurde die wesentliche geistige Grundlage der mittelalterlich-ritterlichen Samurai-Kultur in Japan bis hin zur Tee-Zeremonie, No-Theater und Ikebana.
Aus dem Kapitel Die Niederländer und Engländer in ihren Kolonien
Börse
1531
Schon 1409 hatte in der flandrischen Handelsstadt Brügge die Kaufmannsfamilie Burse ein Haus eigens für den Abschluss von Handelsgeschäften eröffnet. Im benachbarten Antwerpen an der Scheldemündung begann nach der Verleihung der Stadtrechte 1291 wegen des florierenden Tuchhandels und der Lage der Stadt im Zentrum der westeuropäischen Handelsströme eine Blütezeit. Im Jahr 1531 entstand hier die erste europäische Börse im modernen Sinn für den Handel mit Wertpapieren. 1556 wurde das zum Habsburgerreich gehörende Antwerpen zwar im Zuge der Reformation protestantisch, doch als die Stadt 1585 von den Spaniern erobert wurde, emigrierten viele Protestanten in den Norden. Von nun an war Amsterdam der führende Börsen- und Bankenplatz in Europa.
Aus dem Kapitel Das Ende der Sklaverei
Amerikanischer Bürgerkrieg
1861-1865
Um der Einheit der Nation willen musste Lincoln den Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) führen, dessen Kernkonflikt die Sklaverei war. Der Sezessionskrieg war ein erbittert geführtes Ringen, das sich wegen der Unfähigkeit der Nordstaatenarmee, ihre militärische Überlegenheit effizient einzusetzen, in die Länge zog. Die Wende kam 1863 durch die Niederlagen der Konföderierten bei Gettysburg und Vicksburg. Teil der Kriegführung war eine Militärpolitik der verbrannten Erde, die den Süden zerstört zurückließ. Über 600 000 amerikanische Soldaten fielen. Der Nachwelt wird die Erinnerung daran in zahlreichen Werken der Literatur und der Filmkunst wie Vom Winde verweht wachgehalten.
Der 13. Verfassungszusatz von 1865 schaffte die Sklaverei ab. Lincoln wurde kurz nach seiner Wiederwahl von einem Südstaaten-Fanatiker ermordet.
Aus dem Kapitel Der Weg zur Wende
KSZE
1975
Seit 1973 beriet eine "Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE) aller europäischen Staaten einschließlich der USA und Kanada in Helsinki. Die Konferenz brachte dem Ostblock die Anerkennung der Nachkriegsgrenzen durch den Westen und damit eine Art Bestandsgarantie des sowjetischen Imperiums, das wirtschaftlich schwach war. Im Gegenzug mussten die Ostblockstaaten Zugeständnisse bei den Menschenrechten machen. Damit schuf die KSZE eine wesentliche Grundlage für die Bürgerrechtsbewegungen der Achtzigerjahre in den osteuropäischen Ländern. Die Schlussakte von Helsinki markiert 1975 den Höhepunkt der Entspannungspolitik zwischen Ost und West vor dem Fall der Mauer.

Aus dem Kapitel Alltagssprache
hänseln
war eine Mutprobe zur Aufnahme in eine "Hanse". Hansen waren ganz allgemeine engere Freundschaftsbünde, aber auch in den Kaufmanns-Hansen waren raue Rituale üblich ("Schleifen", "Schlicktaufe", "Linientaufe"). Geblieben sind davon nur einige Aufnahmeriten in Studentenverbindungen und – ziemlich verkümmert – der "Einstand" am Arbeitsplatz.
Aus dem Kapitel Zauberwörter & Aberglaube
Butzemann
Als Butz bezeichnete man ein Schreckgespenst, das man sich ganz in der Art einer Vogelscheuche vorstellen darf. Man sprach wegen der entsprechenden Vermummung auch von "Mummelbotz" oder "Mummelputz".
Die zweite Ausführung des Butzemanns war ein Poltergeist, dessen Hauptmerkmal wohl übermäßig aufgeblasene Wangen waren. Butz ist – wie das englische Wort für den kleinen Kobold puck verwandt mit "Backe" (althochdeutsch bucca).
Aus dem Kapitel Namen / Begriffe, die von Personennamen
abgeleitet sind
Talmi
Die Gold nachahmende Metalllegierung aus Kupfer und Zink, die mit Blattgold überzogen wird, wurde nach ihrem Erfinder, dem Pariser Fabrikanten Tallois benannt. Das Wort setzt sich zusammen aus franz. Tallois-demi-or (Tallois-Halbgold).
Aus dem Kapitel Technik & Wissenschaft
Stichprobe
ist die Probe, die man an Hochöfen entnimmt, um die Qualität der Schmelze zu prüfen, bevor es zum "Abstich" kommt.
Aus dem Kapitel Bildung & Kultur /Namen von Musikinstrumenten
Trompete
Der Begriff ist wortverwandt mit Trommel, einem schallnachahmenden, regelrecht dröhnenden germanischen Wort, das ins Französische entlehnt und von dort auf das Blechblasinstrument bezogen wieder rückentlehnt wurde. Leider nicht mehr verwendet wird die im Spätmittelalter noch anzutreffende sehr hübsche Bezeichnung "Brummeisen".
Aus dem Kapitel Berufssprachen
stöbern
ist ein reines Jagdwort, das in der Neuzeit in die Allgemeinsprache einging. "Steuber" oder "Stöber" nannte man den Jagdhund zum Suchen und Aufscheuchen des Wildes. In Bayern wird das Wort auch "Stoiber" geschrieben. "Stöbern" ist verwandt mit "Staub".
Aus dem Kapitel Bildersprache
Myrte
In der Antike war die Myrte der Aphrodite zugeordnet und galt überdies als der Brautschmuck schlechthin, weil ihre Blüten weiß (=unschuldig) und ihre Blätter immergrün (=ewig treu) und ihr Duft besonders köstlich sind. Derartige heidnische Bräuche waren im Mittelalter verpönt. Erst in der Spätrenaissance wurde die Myrte in Deutschland als Brautschmuck wieder verwendet.
Aus dem Kapitel Körpersprache
schweigen
Der an die Lippen gelegte Zeigefinger ist ein uraltes, geradezu universelles Gebot des Schweigens, insbesondere an heiligen Orten und bei heiligen Handlungen. Die Geste kann auch ein Hinweis auf ein Geheimnis sein. Das Wort "schweigen" ist verwandt mit "schwinden" (=Nachlassen der Worte).
Aus dem Kapitel Wörter der Steinzeit
Kamm
Kämme zur Haarpflege finden sich schon in der Steinzeit. Über eine Reihe eng verwandter Wörter wie engl. comb, griech. gambai (= Kinnbacke) gelangt man zum Sanskritbegriff jámbhah = Zahn, Gebiss. Sehr früh wurde das Wort für die Zahnreihe auf die Zinken des Geräts und dieses selbst übertragen.

Aus
dem Kapitel Vom Turmbau zu Babel bis zum Nabel der
Welt
Auge
um Auge
Das "Auge-um-Auge"-Prinzip stammt aus dem sogenannten
Codex Hammurapi. Dabei handelt es sich um die einzige vollständig
erhaltene Gesetzessammlung der Alt-Antike, die der babylonische
König Hammurapi im 18. Jahrhundert vor Christus zusammengestellt
hatte. Sozusagen die "Erstausgabe" des Codex ist in eine Steinstele
gemeißelt, die erst 1902 gefunden wurde und im Louvre zu besichtigen
ist (eine Kopie befindet sich im Pergamon-Museum in Berlin).
Die Rechtsammlung gibt nicht nur Aufschluss
über die damalige Gesellschaft, sie ist auch von literarischem
Interesse, weil es sich teilweise um ein hymnisches Werk handelt.
Sie enthält viele strenge Strafandrohungen. So stand auf bestimmte
Eigentumsdelikte zum Beispiel die Todesstrafe. Das "Auge-um-Auge-Prinzip"
ist eigentlich schon ein Rechtsfortschritt, als man vorher
für ein zerstörtes Auge drei andere zerstörte.
Aus
dem Kapitel Von den Nibelungen bis zum Hexensabbat
Finsteres
Mittelalter
Diesen polemischen Begriff prägten die italienischen Humanisten
des 14. und 15. Jahrhunderts. Schon bei dem Dichter Petrarca
(1304 – 1374) findet sich diese abfällig gemeinte Wertung
der Jahrhunderte, die seiner Zeit vorausgegangen waren. Er
wandte sich bewusst von der Literatur und dem Denken seiner
eigenen Zeit ab und beschäftigte sich lieber mit großen "klassischen"
Schriftstellern der Antike.
Das Wort "Mittelalter" wird als Begriff erstmals
in einer Geschichte der lateinischen Dichtung von Bischof
Giovanni Andrea, Bischof von Aleria in Korsika, 1469 verwendet.
Er prägte den Begriff "media tempestas". Zur historischen
Epochenbezeichnung wurde "Mittelalter" durch den Historiker
Christoph Cellarius aus Halle, der 1688 die Geschichte erstmals
nach dem Schema Altertum – Mittelalter – Neuzeit einteilte.
Aus
dem Kapitel Von der Neuen Welt bis zum Sonnenkönig
Unsicherer Kantonist
König Friedrich Wilhelm I. von Preußen (1688-1740) führte
ein bis 1814 gültiges Kantonssystem ein, wodurch alle männlichen
Untertanen erfasst und nach einem bestimmten System als Wehrpflichtige
eingezogen wurden. Jeder Bezirk hatte dabei eine festgesetzte
Zahl von Soldaten zu stellen. Die Wehrpflichtigen hießen Kantonisten. Noch im 19. Jh. war
"Kantonist" gleichbedeutend mit "Wehrpflichtiger" und wer
sich der Gestellungspflicht entzog ohne gleich Fahnenflucht
zu begehen, wurde ebenfalls als "unsicherer Kantonist" bezeichnet.
Aus
dem Kapitel Vom Sturm auf die Bastille bis zum Fin
de Siècle
Hecht
im Karpfenteich
Diesen Ausdruck verwendete Bismarck in einer Rede
vor dem deutschen Reichstag am 6. Februar 1888: "Die Hechte
im europäischen Karpfenteich hindern uns, Karpfen zu werden."
Jedem Zuhörer war damals klar, dass mit den "Hechten" Frankreich
und Russland gemeint waren, die zu der Zeit das Gleichgewicht
der europäischen Mächte durcheinanderbrachten. Das Sprachbild
vom Hecht im Karpfenteich hat Bismarck allerdings nicht erfunden.
Es stammt aus dem Aufsatz eines Historikers, der bereits in
den 1860er Jahren Napoleon III. als "Hecht im Karpfenteich",
sprich als Unruhestifter in der europäischen Politik bezeichnet
hatte.
Aus
dem Kapitel Von der Oktoberrevolution bis zum Klimawandel
Disneyland
Der in vieler
Hinsicht bahnbrechende Comic- und Trickfilm-Pionier Walt Disney
(1901-66) konzipierte den ersten Themenpark Mitte der 1950er
Jahre "um Träume wahr werden zu lassen"; die erste Geschäftseröffnung
in Anaheim war am 17. Juli 1955. "Disneyland" wurde zum Inbegriff
für eine verkitschte Scheinwelt.

Aus dem Kapitel Religion - Grundbegriffe
Asyl
Ein uralter religiöser Begriff. Immer schon herrschte
die Auffassung, dass Verfolgten und Bedrängten, ja selbst
Verbrechern zunächst einmal Schutz gewährt werden
soll, wenn sie sich in Tempel oder Kirchen flüchten.
Diese Einstellung beruht auf der prinzipiellen Unverletzlichkeit
des Heiligtums. Im Gr. bedeutet sýlon "Raub",
ásylos demzufolge das Gegenteil davon: unberaubt,
sicher.
Aus dem Kapitel Staat & Recht - Staat
Kandidat
Im antiken Rom trugen die Bewerber um ein politisches Amt
eine weiße (genau: "weiß schimmernde")
Toga, die toga candida.
Aus dem Kapitel Staat & Recht - Königstitel
Kalif
(arab.) "Stellvertreter, Nachfolger", gemeint ist
der Nachfolger des Propheten Mohammed, der ohne eigene Nachkommen
starb. Aufgrund des Streites über die Legitimität
des Kalifenamtes spalteten sich die Anhänger des Islam
schon im 7. Jh. in Sunniten und Schiiten auf.
Aus dem Kapitel Manieren & Höflichkeit
- Der gute Ton
Fauxpas
Dieser Begriff ist subtiler als man denkt. Er kommt nämlich
nicht von franz. Ça il ne faut pas faire (=
das soll man nicht um), sondern wört. von faux pas
= falscher Schritt = Fehltritt.
Aus dem Kapitel Wörter aus dem Lateinischen
& Griechischen - Originalton Latein im Deutschen
Arena
Basiert auf der Vorform harena und der noch älteren
Form fasena = Sandplatz. Vermutlich wurden Schaukämpfe
auf mit Sand bestreuten Plätzen schon vor dem Bau der
Arenen ausgetragen und hatten bereits in sehr früher
Zeit kultischen Charakter. Es handelt sich jedenfalls nicht
um ein ie. Wort. Möglicherweise ist es etruskischer Herkunft.
Aus dem Kapitel Schimpfwörter
Einfaltspinsel
Der Wortbestandteil "-pinsel" ist hier nicht das
Malergerät mit Tierborsten, sondern setzt sich zusammen
aus "pinn", das ist ein Schuhnagel, und "sul",
das ist die Schusterahle; beides Hauptwerkzeuge des Schusters.
"Pinn-sul" wurde nun auf Schuster selbst übertragen;
sie galten als einfache, einfältige Handwerker.
Aus dem Kapitel Wörter des Alltags - Kleine
Wörter
genau
Der Wortteil "-nau" geht auf das altdt. nou(w),
nl. nauw zurück, das "eng, knapp" bedeutet.
Was irgendwo knapp und eng eingefügt wird, passt eben
"genau" und man muss es dafür "sorgfältig"
(weitere Bedeutung von "genau") bearbeiten.

Aus dem Kapitel Menschen & Alltag - Wörter
des Alltags
Fiasko
Far fiasco (= "eine Flasche machen) war ein Ausdruck
venezianischer Glasbläser: Befanden sich Bläschen
in der Schmelzmasse, so wurde nur eine einfache Flasche daraus
gemacht, die für den alltäglichen Gebrauch genügte.
Sollte das Glas hingegen kristallklar sein, konnte man sich
ein Fiasko nicht leisten.
Aus dem Kapitel Geld & Wirtschaft - Banken
& Börse
Scheck
kommt von "Schach", denn dem Scheck wurde Schach,
d.h. Einhalt geboten, um diese Zahlungsanweisung überprüfen
zu können. Das englische Wort dafür ist to check,
so wie man auch im englisch klingenden Neudeutsch eine Sache
"checkt". Der englische Ausdruck ist wiederum in
Analogie zum Schachspiel gebildet worden.
Aus dem Kapitel Mensch & Medizin - Wörterbuch
der Gefühle
Schmerz
Die Wortwurzel von Schmerz (smer) bezeichnet ganz konkret
die leidverursachenden Vorgänge: drücken, reiben,
scheuern. Auch die Ergebnisse dessen, was körperlicher
oder seelischer Schmerz bewirkt, kann mit Wörtern beschrieben
werden, die aus der gleichen Wortwurzel stammen: "zermürbt"
und "morsch".
Aus dem Kapitel Die ältesten Wörter
- Wörter aus dem Keltischen
Karren
Eines der erfolgreichsten keltischen Wörter überhaupt.
Daraus sind hervorgegangen: Lateinisch carrus, englisch
car und chariot, französisch char
und im Deutschen neben "Karren" das abfällige
"Karre". Wie zahlreiche Grabfunde beweisen, war
die Wagenbaukunst bei den Kelten sowohl in technischer wie
in ästhetischer Hinsicht hoch entwickelt. Kunstvoll gebaute
Wagen aus Bronze waren wertvolle Grabbeigaben und sicherlich
Statussymbole. Hierin mag auch eine Erklärung für
die häufige Übernahme des keltischen Wortes in andere
Sprachen liegen.
Aus dem Kapitel Kultur & Medien - Literatur
& Buchwesen
Märchen
Das Märchen ist das "Märlein",
die "kleine Erzählung", das wortgeschichtlich
auf das aus der Nibelungensage bekannte Wort maere
zurückgeht. "Märe" war damals jede Nachricht,
ein Bericht oder auch nur Gerücht, eine Erzählung
oder ein Vortrag. Charakteristisch für diesen Begriff
war, dass man etwas vortrug oder verkündete. In dem sächsischen
Dialektwort "sich ausmären" ist das Wort in
diesem Sinne noch lebendig. Märchen sind, wie die Mythen,
älteste und trotzdem sehr lebendige Literatur, die Jahrtausende
lang nur mündlich tradiert wurde. Erst vor rund zweihundert
Jahren begann deren Aufzeichnung (Brüder Grimm). Märchenstoffe
sind auch heute noch verbreiteter und vertrauter als jede
andere Art von "Literatur".
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